Ich heiße Nuran Yildirim und bin als Schulsozialarbeiterin an der Neuen Oberschule Lehe tätig.

Gerne setze ich mich für die Schülerinnen und Schüler und ihre Belange ein, und versuche diese gemeinsam mit ihnen zu lösen.

Wichtig ist für mich, mit dem Herzen dabei zu sein und ihnen emphatisch, gerecht und authentisch zu begegnen. 

Das Bild der Schule hat sich im Laufe der Zeit geändert. Sie ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein „Lebensort“ geworden. Ein Ort an der sich Kinder und Jugendliche wohl fühlen, sich entwickeln, entfalten und Erfahrung sammeln dürfen. Ein Ort, in der sie sein dürfen, wo sie auch Gerechtigkeit erfahren und eine Chance für eine gute Bildung in Anspruch nehmen können. 

Ich selber komme aus einem Elternhaus der Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen, um zu arbeiten, etwas Geld zu sparen und wieder in die Heimat zurückkehren wollten. Doch es kam anders als sie dachten und sie holten nach und nach ihre Familien nach Deutschland. 

In meinem Elternhaus legten meine Eltern besonders viel Wert auf Bildung. Ihre Kinder sollten die Chance, die sie nun hatten gut für sich nutzen und eine gute Bildung genießen. Die Unterstützung meiner Eltern für ihre Kinder war viel mehr die Einstellung und die Haltung zu der Schule und natürlich zu der Bildung. 

Bereits als Jugendliche habe ich erkannt, dass Schule nicht nur ein Ort vieler Begegnungen, sondern auch Verwirklichung meiner selbst war. Bildung zählt zu den wesentlichen Voraussetzungen zur Überwindung von Armut und sozialen Abhängigkeiten. Ich hatte das Glück, zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen, aller Werte, Normen und die Sprachen zu lernen und all das in meinem eigenen Leben zu integrieren. Diese Chance habe ich genutzt, um heute ein Stück weit als Vorbild für manche Kinder und Jugendliche zu sein und um eine Brücke zwischen zwei Kulturen zu bauen. Nun arbeite ich selber als Schulsozialarbeiterin an einer Schule in Bremerhaven und einen besseren Ort als hier kann ich mir gar nicht vorstellen!!

Hier vor Ort kann ich ihre Kinder auffangen, ihnen und ihrer Probleme mit Verständnis begegnen. Gemeinsam schauen, wie kann ich sie lösen. Wie können wir die Eltern binden, damit sie auch durch ihre Eltern Unterstützung erfahren und ihnen andere Perspektiven zeigen. 

Mit diesem Schreiben möchte ich die Eltern erreichen, sie viel mehr motivieren, um ihre Kinder zu motivieren und zu stärken. Sie als Eltern müssen an Ihre Kinder glauben, sie stärken und unterstützen. Was Sie Ihren Kindern mit auf dem Weg geben können und sollten, sind Wurzeln und Flügel. Die Wurzeln sind wichtig für die Standhaftigkeit im Leben und die Flügel, um sich in der Freiheit entfalten und entwickeln zu können.

Aufgaben der Schulsozialarbeit

  • Beratende Tätigkeit für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern (Einfühlungsvermögen, Emphatie, Gerecht, Sensibilität, Einzelfallhilfe, Soforthilfe, Deeskalation)
  • Netzwerkarbeit 
  • Elterngespräche
  • Präventionsarbeit
  • Hilfe bei Problemen und Konflikten bei SchülerInnen
  • Hilfe bei sozialbenachteiligten SchülerInnen
  • Elterngespräche, bei Bedarf Hausbesuche
  • Teilnahme an schulischen Beratungen bzw. Konferenzen
  • Zusammenarbeit mit dem Rebuz, Stadtverwaltung, Polizei, Erziehungsberatungsstellen und Jugendamt Bremerhaven
  • Schulprojekt 
  • Mädchengruppe
  • Sozialpädagogische Gruppenarbeit 

Die Neue Oberschule Lehe versteht sich als Schulgemeinschaft, die geprägt ist von achtsamem Miteinander und Zugewandtheit und in der Kommunikationsfähigkeit eine Schlüsselkompetenz ist. Wertschätzung von Vielfalt ist dabei eine Grundvoraussetzung. So startet die Neue Oberschule Lehe zurzeit das Projekt „Schule mit Courage, Schule ohne Rassismus“. Seit März 2019 wurden Schulsanitäter an der Neuen Oberschule Lehe ausgebildet, die den Sanitätsdienst und Veranstaltungen an der Schule mit Unterstützung der Johanniter Cuxhaven absichern.

Die Öffnung in den Stadtteil, z.B. durch das Projekt "Fotografie und Emotionen" in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremerhaven und der Quartiersmeisterei Lehe, betrachtet die Wohn- und Lebensverhältnisse der Schülerinnen und Schüler unter den Gesichtspunkten von Heimat, Liebe und Glück, die immer vorhanden sind, aber oft nicht in den Mittelpunkt gerückt werden.